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Seit am 3. Juli 1890 der erste Zug der heutigen BVZ-Bahn in St. Niklaus einfuhr, ging es mit der Bauerngemeinde aufwärts. Ab 1891 fuhren die ersten Züge bis nach Zermatt. In den 30er Jahren folgte der Glacier Express, der auch während den Wintermonaten in Betrieb war. Der Ausbau der Strasse in den 40er Jahren war ein weiterer Segen.
Allerdings kann man aus Verträgen zwischen Staat und BVZ-Bahn entnehmen, dass dieser Segen einen bitteren Nachgeschmack hat. Der Gedanke, dass Strasse und Bahn sich ergänzen sollten, war 1931 überhaupt nicht vorhanden. Aus den Verträgen lässt sich entnehmen, dass "auf einer zwischen Stalden und St. Niklaus zu erstellenden, 3.6 m breiten Strasse jeden auf Rechnung Dritter erfolgenden Verkehr mit Autofahrzeugen und jeden Verkehr mit sechsplätzigen Automobilen und mit Lastwagen von mehr als zwei Tonnen zu verbieten" sei. Die Vertragsdauer wurde auf 15 Jahre festgelegt. Diese Bestimmungen wurden mit der Zeit gelockert, folglich musste die Strasse dauernd verbreitert werden.
Der Bau der Strasse und Bahn hatte für die Entwicklung der Bevölkerung eine Grosse Bedeutung, da nun das Tal besser erschlossen war. Doch je mehr Verkehr durch den aufkommenden Tourismus ins Tal rollte, desto stärker beeinflussten die Autos das Leben in St. Niklaus. Viele Autos standen in der Nähe der Pfarrkirche auf Wiesen, da der Bahnhof St. Niklaus zu einem bedeutenden Umschlagplatz wurde. In den 60er Jahren wurde der Strassenbau ins innere Tal weitergeführt. 1971 wurde die Strasse bis Täsch in Betrieb genommen. So wurde St. Niklaus vom grösseren Teil des stehenden Verkehrs erlöst. Trotzdem nahmen und nehmen Lärm und Unfallgefahr zu. Heute fahren an Spitzentagen bis zu 8’000 Fahrzeuge durch das Dorf.
Dieses Problem wurde mit der neuen Dorfumfahrung teilweise gelöst. Sie wurde am 25. September 2002 eröffnet. Die Idee der Umfahrungsstrasse reicht allerdings weit zurück. Schon 1969 wurde sie ein erstes mal in Auftrag gegeben und durchlief viele Stationen. Das erste Teilstück (Los 1: Edelweissbrücke - Dorfbrücke) wurde 1986 realisiert. Hingegen konnte mit dem zweiten Teilstück (Los 2: Dorfbrücke - Stockbrücke) wegen vielen Einsprachen nicht sofort begonnen werden. 1999 wurde das Projekt endlich genehmigt und die Bauarbeiten konnten beginnen.
Die neue Umfahrungsstrasse bringt viele Vorteile. Nicht nur der Lärmpegel wird innerhalb des Dorfes verringert, sondern auch die Sicherheit für Alt und Jung wird verbessert. Schrittweise wird nun mit dem neuen Verkehrskonzept die Wohn- und Lebensqualität verbessert.
Gewiss kann bezüglich der Sicherheit auf den Strassen noch viel getan werden. Der Streckenabschnitt der Talstrasse zwischen Stalden und St. Niklaus ist stark steinschlaggefährdet. Der gefährlicheste Strassenabschnitt, am Orte genannt "Stägjitschuggen", musste in der Vergangenheit häufig in Folge starkem Regenwetter und Steinschlag gesperrt werden. Zahlreiche Unfälle forderten immer wieder Tote und Verletzte. Im Juni 2002 schenkte Kanton und Bund dem Begehren aus dem Nikolaital Gehör und bewilligte das Tunnelprojekt. Nach 6 jähriger Bauzeit war es am 14. November 2008 soweit, der "Stägjitschuggen-Tunnel" wurde eröffnet. Der 2.3 Kilometer lange Tunnel darf als verkehrstechnisches Jahrhundertwerk im Nikolaital betrachtet werden. Am 160 Milionenprojekt beteiligt sich der Bund mit 74 %, der Kanton mit 20 % und die Gemeinden Zermatt, Täsch, Randa, St. Niklaus, Grächen, Embd, Stalden und Visp übernehmen die restlichen 6 %. Die Beteiligung von St. Nikalus beläuft sich auf rund 1.8 Mio. Franken.
Quellen:
Regionalzeitschrift, Informationsschrift, Umfahrungsstrasse von St. Niklaus, 2002, Zaniglaser Nachrichten, Buch: Zermatt-Bahn; Vom Tal zum Berg
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